| Internationaler Frauentag am 8. März |
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Wie in jedem Jahr machen die Guttemplerinnen auch 2012 mit vielen einzelnen Aktionen vor Ort auf den Internationalen Frauentag am 8. März aufmerksam. Wir erinnern uns an die Vorkämpferinnen der Frauenbewegung und sind heute dankbar für die Errungenschaften, die über Jahre erkämpft wurden. Die Frauenrechtlerinnen wurden angefeindet und belächelt, zum Teil auch von den eigenen Geschlechtsgenossinnen, die sich eine Veränderung der Gesellschaft nicht vorstellen konnten. Für uns Frauen von heute ist es selbstverständlich, jede Ausbildung, die wir uns wünschen, auch machen zu können. Wir haben die gleichen Bildungs- und Ausbildungschancen wie die Männer. Wir können ein selbstbestimmtes Leben führen und uns eine eigenständige soziale Sicherung schaffen. Ist also der Internationale Frauentag nur eine Rückbesinnung auf die Vergangenheit und die tapferen Frauen vor übrigens noch gar nicht allzu langer Zeit? Oh nein! Es gibt noch immer viele Ungerechtigkeiten. Die Gesetze werden in der Praxis nicht umgesetzt. So werden gleiche Tätigkeiten von Männern und Frauen immer noch ungleich bezahlt. Es gibt Studien, die belegen, dass Frauen schlechter entlohnt werden. Familiengerechte Arbeitszeiten, die es ermöglichen, mit Kindern zu leben und berufstätig zu sein, gibt es nur vereinzelt. Die gleichberechtigte Teilhabe von Männern an Hausarbeit und Kindererziehung ist für die Mehrzahl der Frauen Zukunftsmusik. Sie erkaufen sich häufig ihre Berufstätigkeit mit der Doppelbelastung, quasi „nebenbei“ noch den Haushalt zu führen und die Kinder zu versorgen. Es ist noch viel Öffentlichkeitsarbeit nötig, um ein Umdenken auf beiden Seiten herbeizuführen. Die Forderungen zur Beseitigung dieser Ungleichheiten sind heute nur vereinzelt zu hören und Frauen, die für diese Rechte eintreten, werden nach wie vor belächelt. Ich erinnere hier nur an die Diskussion um die Frauenquote. Es gibt noch viel zu tun! Die Guttemplerinnen wollen sich noch mit einem anderen Thema in der nahen Zukunft beschäftigen, das auch mit Unterdrückung zu tun hat, und zwar das Thema häusliche Gewalt. Sie findet in allen Gesellschaftsschichten statt und äußert sich nicht nur in körperlicher Gewalt. Sie beinhaltet auch psychischen Terror, Demütigungen und sexuelle Gewalt. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wir werden dieses Tabuthema in einem Projekt gemeinsam mit der BKK aufarbeiten und für Hilfesuchende und Gesprächsleiter gleichermaßen eine Handreichung erarbeiten. Dieses Thema wird in der Öffentlichkeit immer nur erörtert, wenn dramatische Ereignisse stattgefunden haben und dann schnell wieder vergessen. Wir möchten mit einer Publikation auch zur Diskussion anregen, um Tätern und Opfern gleichermaßen Hilfe aufzuzeigen. Liebe Guttemplerinnen, auch wenn es noch viel zu tun gibt, lassen Sie uns den Internationalen Frauentag feiern und fröhlich sein. Ein wenig Rückbesinnung und Dankbarkeit sei uns gestattet. Doch es gilt im Hier und Jetzt einen offenen Blick zu haben für die Sorgen und Nöte der Frauen in unserer Nachbarschaft, z. B. für die alleinerziehende Mutter, für die Frau mit Migrationshintergrund oder die Familie, die vom „Familienoberhaupt“ drangsaliert wird. Ich wünsche uns allen die Kraft und den Mut, für die Rechte aller Frauen einzutreten. Annegret Becker |
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